
Arbeiten beginnen dort, wo sich Zeit verdichtet und Wahrnehmung langsamer wird. Sie nehmen Spuren auf – Spuren von Bewegung, Erinnerung, Material und Resonanz. Stille, Transformation, Fragment und Schwelle existieren dabei nicht getrennt voneinander, sondern gleichzeitig. Daraus entstehen Räume, die sich dem Blick nicht unmittelbar erklären.
Im Zentrum meiner Arbeit steht die Frage nach Präsenz. Mich interessiert nicht die Darstellung des Menschen oder eines Motivs, sondern wie Präsenz entsteht, sich verdichtet und trotz Zeit, Material und Transformation bestehen bleibt. Figurative Momente erscheinen deshalb nicht als Erzählung oder Charakter, sondern als Zustände. Sie behaupten nichts, sie führen nicht – sie öffnen Wahrnehmung.
Schichtung bildet dabei keinen formalen Effekt, sondern einen Speicher von Zeit, Spur und Veränderung. Oberfläche wird zu einem Ort, an dem Vergangenes sichtbar bleibt, sich überlagert und zugleich wieder entzieht. Feuer, Asche, Fragment und Reduktion sind keine Themen an sich, sondern Bedingungen eines Prozesses, in dem Material verändert wird und neue Formen von Präsenz entstehen können.
Die Arbeiten bewegen sich zwischen Sichtbarkeit und Auflösung, zwischen Verdichtung und Leere. Sie suchen keine eindeutige Bedeutung und erzählen keine Geschichten. Vielmehr eröffnen sie Erfahrungsräume, in denen Wahrnehmung nicht erklärt, sondern aktiviert wird.
Die Werke verstehen sich deshalb nicht als abgeschlossene Aussagen. Sie bleiben offen – als Räume, in denen Zeit, Material und Präsenz immer wieder neu zueinander finden und der Betrachter seine eigene Erfahrung machen kann.